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BURN-OUT: DIE TOTALE ERSCHÖPFUNG.
WAS SIE JETZT TUN KÖNNEN!

Hier informieren.

WAS IST BURN-OUT?

Kennen Sie das? Sie sind seit Wochen nicht mehr pünktlich aus dem Büro gekommen, verbringen kaum noch Zeit mit Familie und Freunden und schlafen keine Nacht mehr durch. Und am Wochenende denken Sie permanent an Ihren Job, anstatt sich von der Woche zu erholen. Das sollte Sie hellhörig machen – denn mit diesen Symptomen befinden Sie sich auf dem besten Weg hin zu einem Burn-out.

Das Problem: Die wenigsten Beschäftigten wissen, was ein Burn-out genau ist und können somit auch nichts tun, um einen solchen frühzeitig zu verhindern. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „burn out“ übrigens so viel wie „ausbrennen“ und beschreibt damit das Gefühl, unter dem die Betroffenen leiden. Nach einer langen Phase extrem hoher körperlicher, emotionaler und geistiger Belastung bleibt ihnen keine Energie mehr, um ihren Aufgaben nachzukommen. Die Betroffenen sind völlig ausgebrannt und am Ende meistens nicht mal mehr in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen.

SCHLAFSTÖRUNGEN, ANGSTZUSTÄNDE, TINNITUS:
SYMPTOME DER ERSCHÖPFUNG.

Nicht jeder, dessen Arbeitsleben anstrengend und fordernd ist, reagiert automatisch mit einem Burn-out. Im Allgemeinen gibt es drei Leitsymptome, die zusammen einen Burn-out kennzeichnen und bei denen Betroffene oder Angehörige hellhörig werden sollten:

1. Psychische und physische Erschöpfung.

Die betroffene Person fühlt sich psychisch und körperlich ausgebrannt. Psychisch kann sich diese Erschöpfung unter anderem durch ständige Niedergeschlagenheit, Angstzustände, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schuldgefühle und Hoffnungslosigkeit äußern. Darüber hinaus treten häufig körperliche Beschwerden auf, wie Hörstürze, Drehschwindel, Brustschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle oder Herzbeschwerden.

2. Veränderung der Persönlichkeit.

Betroffene verändern sich – meist, ohne es zu merken. Arbeit, die früher Spaß gemacht hat, wird oft nur noch als Qual empfunden. Genauso wie der Kontakt mit Kunden und Kollegen. Die Betroffenen ziehen sich spürbar zurück oder reagieren mit Zynismus, je nach Persönlichkeit.

3. Sinkende Arbeitsleistung.

Weil es ihnen inzwischen an Energie und Konzentration mangelt, haben Betroffene das Gefühl, keine gute Arbeit mehr zu leisten. Was meist auch der Fall ist: Sie können Kreativität und Kompetenz nicht mehr wie gewohnt einsetzen. Falscher Ehrgeiz ist die Folge und bringt Betroffene dazu, noch härter zu arbeiten. Die Abwärtsspirale beginnt.

URSACHEN UND RISIKOFAKTOREN:
WIE EIN BURN-OUT ENTSTEHT.

Beim Burn-out-Syndrom spielen viele Faktoren zusammen: Beispielsweise ein übersteigertes Verständnis von Pflichterfüllung und Leistungserbringung, fehlende Anerkennung und/oder ein falsches Bild von sich selbst. Und anders, als es oft behauptet wird, ist Burn-out keineswegs ein „Manager-Syndrom“. Es kann grundsätzlich jeden treffen, egal ob jemand in einer Führungsposition ist oder nicht: Ist das Stresslevel am Arbeitsplatz nicht mehr zu bewältigen und erzeugen zu hohe Erwartungen großen Druck, steigt das Risiko, an einem Burn-out zu erkranken. Körperliche und psychische Dauerbelastung kann durchaus einige Zeit gut gehen, was dazu führt, dass ein Burn-out bisweilen sehr spät erkannt wird. Deswegen: Hören Sie auf Ihren Körper. Spätestens, wenn die ersten Symptome einer Erschöpfung auftreten, sollten Sie sich möglicherweise eingestehen, dass es Zeit für eine Pause ist. Zu Ihrem eigenen Schutz. Denn Burn-out entsteht nicht über Nacht. Es ist ein Prozess, der frühzeitig gestoppt werden sollte.

BIN ICH BETROFFEN? MACHEN SIE DEN BURN-OUT-TEST!

Haben Sie sich oder einen Angehörigen gerade wiedererkannt, sind sich aber noch nicht ganz sicher? Beantworten Sie die folgenden Fragen und lassen Sie sich eine unabhängige Einschätzung geben. Aber beachten Sie, dass der Burn-out-Test keinesfalls den Besuch eines Arztes oder Therapeuten ersetzt.

1/11
Ich fühle mich in meinem Job motiviert.
2/11
Ich empfinde an meinem Arbeitsplatz großen Konkurrenz- und Leistungsdruck.
3/11
Ich schaffe es oft nur knapp, auf der Arbeit mein Arbeitspensum einzuhalten.
4/11
Ich schaffe es, regelmäßig Pausen auf der Arbeit wahrzunehmen.
5/11
Für meine Arbeit bekomme ich von meinen Kollegen oder Vorgesetzten Lob und Anerkennung.
6/11
Ich vernachlässige Freundschaften und Hobbies zu Gunsten meines Berufes.
7/11
Meine Partnerschaft hat wegen meiner Arbeit spürbar Schaden genommen.
8/11
Ich beschäftige mich regelmäßig auch abends und am Wochenende mit beruflichen Themen, E-Mails oder Anrufen.
9/11
Auf meiner Arbeit habe ich Gestaltungs- und Entscheidungsräume.
10/11
Ich leide an hohem Blutdruck, Kreislaufstörungen, Tinnitus oder anderen oben im Artikel genannten Erschöpfungszuständen.
11/11
Ich habe das Gefühl, dass ich es aus eigener Kraft nicht schaffe, auf Dauer im Job zu bestehen.
Ergebnis Ernste Belastung Achtung, ihr Burn-out Risiko scheint stark erhöht zu sein. Das Stresslevel am Arbeitsplatz, die andauernde hohe Belastung und der geringe Freizeitausgleich zeigen, dass die Gefahr eines Burn-outs hoch ist. Sie sollten Maßnahmen ergreifen.
Ergebnis Entwarnung Ihr Burn-out Risiko scheint gering zu sein. Achten Sie jedoch darauf, dass es so bleibt. Um einem Burn-out vorzubeugen, sind eine gesunde Ernährung und ausreichend Freizeit wichtig.
Ergebnis Vorsicht Ihr Burn-out Risiko scheint erhöht zu sein. Versuchen Sie die Gründe für die hohe Arbeitsbelastung herauszufinden und die Arbeitssituation mit ihrem Arbeitgeber zu verändern. Vermeiden Sie Arbeit in Ihrer Freizeit und schaffen Sie einen Ausgleich zu Ihrer Arbeit. Körper und Geist brauchen Zeit zur Regeneration.
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ERSTE HILFE BEI EINEM NAHENDEN BURN-OUT:
WAS KANN ICH TUN?

Wir haben Ihnen 4 Tipps zusammengestellt, wie Sie einen Weg aus der Stressspirale finden können. Aber: Zögern Sie nicht, bei einem ausgewachsenen Erschöpfungszustand mit einem Arzt oder Therapeuten über mögliche Maßnahmen sprechen.

Tipp 1: Schauen Sie genau hin.

Versuchen Sie die Gründe zu finden, die zur hohen Belastung führen. Sind es die eigenen zu hohen Erwartungen oder die unerreichbaren Zielvorgaben des Vorgesetzten? Ist die aktuelle Arbeitsbelastung dauerhaft oder ist absehbar, dass es in den nächsten Tagen und Wochen wieder abnehmen wird? Nehmen Sie sich Zeit, um herauszufinden, was Ihnen genau den Schlaf raubt. Fragen Sie auch Ihre Freunde und Familie um Rat. Gemeinsam ist es oft einfacher, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Denn nur wer das Problem erkennt, kann es auch angehen.

Tipp 2: Verändern Sie Ihre Arbeitssituation.

Mit den Änderungen muss nicht zwangsläufig ein Jobwechsel einhergehen. Aber permanente Überstunden oder Aufgaben, die Ihren Tätigkeitsbereich überschreiten, sind auf Dauer keine Option. Tauschen Sie sich deswegen mit Ihren Kollegen aus und haben Sie keine Scheu, mit Ihrem Betriebsarzt und Vorgesetzten über Möglichkeiten der Entlastung zu sprechen. Es ist auch im Interesse Ihres Arbeitgebers, dass Sie gute Arbeit leisten und einem langfristigen Arbeitsausfall vorbeugen. Sollten Sie auf Unverständnis stoßen, überlegen Sie, ob das das richtige Arbeitsumfeld ist, in dem Sie die nächsten Jahre arbeiten wollen.

Tipp 3: Setzen Sie Grenzen.

Der Mensch ist keine Maschine. Es muss nicht immer alles sofort erledigt werden und Sie müssen nicht jederzeit erreichbar sein. Machen Sie das Arbeitshandy zu Hause aus, genießen Sie Ihren Feierabend und setzen Sie sich, Ihren Kunden und Ihrem Arbeitgeber Grenzen – das schützt Sie vor Überlastung.

Tipp 4: Schaffen Sie einen Ausgleich zur Arbeit.

Planen Sie Freizeit am besten fest in Ihren Terminplan ein und nehmen Sie sich auch während der Arbeitszeit immer wieder ein paar Minuten, in denen Sie sich mit schönen Dingen ablenken. Und achten Sie generell auf eine gesunde Lebensweise, wie z.B. auf eine ausgewogene Ernährung, feste Schlafenszeiten und genügend Bewegung an der frischen Luft. So stärken Sie Ihren Körper und steigern automatisch das eigene Wohlbefinden. Auch Entspannungstechniken können helfen, Stress abzubauen, zum Beispiel autogenes Training oder Yoga.

DIALOG GESCHEITERT.
WAS MACHE ICH, WENN MEIN CHEF NICHT MIT SICH REDEN LÄSST?

Für eine Arbeitsüberlastung kann es viele Gründe geben und selbstverständlich kann Ihr Arbeitgeber auch mal erwarten, dass bei Auftragsspitzen länger gearbeitet wird. Aber das darf nicht zur Regel werden und es muss ein entsprechender Ausgleich stattfinden. Denn: Andauernde körperliche und psychische Belastung müssen Sie sich nicht gefallen lassen. Personalmangel o.ä. auszugleichen, liegt nicht in Ihrer Verantwortung. Wenn sich Ihr Chef dennoch zu keinem Gespräch oder einer Änderung der Arbeitssituation bereit erklärt, sollten Sie handeln:

  • 1. Wenden Sie sich an Ihren Betriebsrat. Er wird sich des Problems annehmen und sich mit Ihnen eine Strategie überlegen. Sollte es in Ihrem Betrieb keinen Betriebsrat geben, dann sprechen Sie mit uns, Ihrer zuständigen Gewerkschaft.
  • 2. Richten Sie eine Überlastungs- bzw. Gefährdungsanzeige direkt an Ihren Vorgesetzten. Eine Überlastungsanzeige ist der schriftliche, rechtssichere Hinweis an den Arbeitgeber über eine Gefährdung der Beschäftigten durch eine vorliegende „Überlastung“ – z. B. Überstunden, verursacht durch Personalmangel. Wie Sie eine Überlastungsanzeige aufsetzen und was drinstehen muss, finden Sie auch auf www.verdi-bub.de

VÖLLIG ERSCHÖPFT: WAS KANN ICH TUN?

Erste Schritte

  • Versuchen Sie, lösungsorientiert und weniger problemorientiert zu denken.
  • Identifizieren Sie die Gründe für die hohe Belastung.
  • Sprechen Sie mit Ihren Freunden und Ihrer Familie.
  • Versuchen Sie, die Arbeitssituation gemeinsam mit Ihrem Vorgesetzten zu verändern.
  • Suchen Sie frühzeitig Rat bei Ihrem Hausarzt oder einem Therapeuten.
  • Arbeiten Sie nicht in Ihrer Freizeit. Körper und Geist brauchen Zeit zur Regeneration.
  • Schaffen Sie einen Ausgleich zu Ihrer Arbeit.

Häufige Fehler vermeiden

  • Blenden Sie die Signale, die Ihr Körper Ihnen schickt, nicht aus.
  • Suchen Sie die Fehler nicht bei sich.
  • Versuchen Sie nicht, die Probleme alleine zu bewältigen.
  • Zögern Sie nicht, Probleme aktiv anzusprechen.

AUF EIGENE VERANTWORTUNG? NICHT GANZ. IHR ARBEITGEBER HAT EINE FÜRSORGEPFLICHT.

Abgesehen davon, dass übermäßige Belastung Ihrer Gesundheit schadet, ist sie auch nicht rechtens. Ihr Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht, die im Arbeitsschutzgesetz beschrieben ist. Das bedeutet, dass Ihr Arbeitgeber dafür verantwortlich ist, dass Beschäftigte Ihrer Arbeit bestmöglich nachgehen können. Mehr noch, er muss dafür sorgen, dass das Arbeitsverhältnis sozial gestaltet wird. Und dazu gehört auch, dass die Belastung, die Ihnen zugemutet wird, nicht zum Nachteil Ihrer Gesundheit ist.

Wichtige Gesetze

Arbeitsschutz­gesetz (ArbSchG)

Das Arbeitsschutzgesetz dient der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten. Es beinhaltet Grundsätze und konkrete Maßnahmen, die den Arbeitgeber rechtlich dazu verpflichten, die Arbeit für den Beschäftigten sozial verträglich und sicher zu gestalten.

Arbeitszeit­gesetz (ArbZG)

Das Arbeitszeitgesetz regelt z. B. wie lange Beschäftigte am Stück gesetzlich arbeiten dürfen, welche Ruhepausen ihnen zustehen, ab wann Nachtarbeit beginnt etc. Es verpflichtet den Arbeitgeber ebenfalls dazu, die Ruhezeit der Beschäftigten zu schützen, damit sich diese ausreichend erholen können.

Sozial­gesetzbuch V (SGB V)

Das Sozialgesetzbuch - Buch Fünf - beinhaltet die Vorschriften und Regelungen in Bezug auf die gesetzliche Krankenkasse. So auch die Regelungen zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und zur Wiedereingliederung nach längerem Arbeitsausfall.

Was ver.di für Sie tun kann

ver.di setzt sich permanent für bessere Arbeitsbedingungen in Unternehmen und Betrieben ein und steht Ihnen bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite. Wir setzen uns mit Ihnen an einen Tisch, suchen gemeinsam Lösungswege und helfen, wenn nötig, bei der Suche nach passenden Beratungsstellen. Sollten alle Bemühungen vergebens sein, greift der ver.di- Rechtsschutz. Der Rechtsschutz berät Sie in allen Fragen des Arbeits- und Sozialrechts. Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen trotz Überlastungs- bzw. Gefährdungsanzeige keine Lösungen anbietet, stehen wir bereit. Der Rechtsschutz beginnt bei ver.di immer mit dem Versuch, eine außergerichtliche Einigung zu erwirken. Wenn sich jedoch zeigt, dass eine gerichtliche Auseinandersetzung unvermeidlich ist, streiten unsere Juristinnen und Juristen für Ihr Recht – wenn nötig durch die Instanzen. ver.di übernimmt dann die Kosten des Verfahrens.

Was ist, wenn ich nicht ver.di-Mitglied bin?

Werden Sie es! Gewerkschaftsleistungen finanzieren sich solidarisch aus den Beiträgen der Mitglieder. Deshalb ist es nicht möglich, ohne Mitgliedschaft Leistungen in Anspruch zu nehmen. Als Mitglied genießen Sie über den Rechtsschutz hinaus viele weitere Vorteile – und haben die Möglichkeit, sich durch ehrenamtliches Engagement aktiv einzubringen. Zur Schulung und Qualifizierung bietet ver.di eigene Seminare an, die allen Mitgliedern offenstehen.

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